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Around Europe auf Deutsch

Nr 269 Februar 2005

Inhaltsverzeichnis

Lesen Sie hier weiter oder klicken Sie einen der Titel um den entsprechenden Artikel zu sehen:

Der Bürgermeister von Hiroshima besucht das Europa-Parlament

Bürgermeister für den Frieden

Frieden schaffen im Nahen Osten
Nachrichten in Kürze
 

Der Bürgermeister von Hiroshima besucht das Europa-Parlament 
Im Rahmen der Kampagne "Bürgermeister für den Frieden" besuchte Herr Akiba, Bürgermeister von Hiroshima und Gründer des Netzwerks Bürgermeister für den Frieden, am Mittwoch, dem 19. Januar, das Europa-Parlament. Am Vormittag sprach Akiba vor dem außenpolitischen Ausschuss über die Notwendigkeit für die Welt, die nukleare Bedrohung abzuwenden.

Dies ist ein äußerst aktuelles Thema. Die siebte Nachfolgekonferenz des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NPT = Non-Proliferation of Nuclear Weapons Treaty) findet im Mai 2005 statt. Der NTP ist einer der wichtigsten internationalen Verträge zur Verhinderung der Weitergabe von Nuklearwaffen und zur Förderung des Ziels der nuklearen Abrüstung. Der NTP ist zur Zeit bedroht, weil die Atomwaffen-Staaten (England, Frankreich, USA, China und Russland), die diesen Vertrag unterzeichneten, darin scheiterten, die nukleare Nichtverbreitung und Abrüstung voran zu treiben. Außerdem haben Staaten, die diesen Vertrag nicht unterzeichneten, auch Kernwaffenaktivitäten unternommen. Israel, Pakistan und Indien entwickelten Möglichkeiten zum Gebrauch von Kernwaffen und sind nicht an einem Beitritt interessiert, während Nordkorea sich von dem NPT zurückgezogen hat.

Alle EU-Mitgliedsstaaten haben den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NPT) unterzeichnet (einschließlich England und Frankreich mit ihren Kernwaffen), und wie der Bürgermeister in seiner Rede feststellte, "muss Europa eine geschichtliche Rolle dabei übernehmen, die Menschheit in eine atomwaffenfreie Zukunft zu führen".

Nach seiner Rede vor dem außenpolitischen Ausschuss traf Akiba mit Vertretern europäischer Friedensgruppen zusammen, um mit ihnen ihre Aktionspläne für die Nachfolgekonferenz im Mai zu diskutieren. Danach gab es ein Essen für Akibas Delegation, zu dem die beiden Präsidenten der Intergroup für Friedensinitiativen (ein Forum für die Europa-Parlamentarier für Diskussionen und Debatten über Friedensinitiativen), Tobias Pflüger (GUE. = Konföderale Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken - Deutschland) und Caroline Lucas (Grüne - EFA - Vereinigtes Königreich) eingeladen hatten.

Nach dem Essen nahm Akibas Delegation im belgischen Parlament an einer Anhörung des Außenpolitischen- und des Verteidigungsausschusses des Abgeordnetenhauses und des Senats teil. Danach kehrte Akiba ins Europa-Parlament zurück zu einem Empfang der Intergroup für Friedensinitiativen, an dem Europa-Parlamentarier und Vertreter europäischer Friedensgruppen teilnahmen.
Schließlich fuhr die Delegation des Bürgermeisters nach Antwerpen, und die Ereignisse des Tages endeten mit einer Diskussionsrunde von Europa-Parlamentariern und europäischen Friedensgruppen, die sich für atomare Abrüstung einsetzen. Schlüsselfragen waren die nächsten notwendigen Schritte des Europa-Parlaments, um die Sache der Abschaffung von Atomwaffen voran zu treiben.

Robin Bloomfield
Übersetzung: Christel Wieding

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Bürgermeister für den Frieden
Die ‚Bürgermeister für den Frieden Notkampagne zum Verbot Nuklearer Waffen' lädt Bürgermeister aus aller Welt ein, zu der Nachfolgekonferenz des NPT zu kommen. Die Bürgermeister für den Frieden Kampagne schlug vor, dass die Verhandlungen 2005 beginnen und bis 2010 zu einem Vertrag zur Abschaffung von Nuklearwaffen führen sollten und zur weltweiten atomaren Abrüstung nicht später als 2020.

Ist dein Bürgermeister ein "Bürgermeister für den Frieden"?

Um herauszufinden, wie du deinen Bürgermeister zum Beitritt zur "Bürgermeister für den Frieden Kampagne" bewegen kannst, gehe zu: www.abolitionnow.org/mayors.htm.

Erfahre mehr über Europa und den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen

Als Folge des Besuchs des Bürgermeisters von Hiroshima hat QCEA einen neuen Abschnitt auf seiner Website eingerichtet unter der Überschrift "Europa und der NPT". Weitere Informationen über die laufenden Probleme des NPT unter: www.quaker.org/qcea/npt.htm.

Mach mit bei der Kampagne "Abschaffung jetzt!"

Informationen über zehn Dinge, die du zur Unterstützung des Aufrufs zurAbschaffung von Kernwaffen tun kannst, unter: www.abolitionnow.org/tenthings.html.

Einen ausführlichen Bericht über den Besuch des Bürgermeisters von Hiroshima in Brüssel gibt es unter:
www.abolition2000europe.org/m4pBrussels.php.

Übersetzung: Christel Wieding

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Frieden schaffen im Nahen Osten
Nachrichten in Fernsehen und Radio sind voll von Nachrichten über Schrecken, Gewalt, Unterdrückung und Leid. Diese Geschichten sind wahr und wichtig, und wir, die wir in relativer Sicherheit leben, müssen sie hören.

Aber diese Geschichten sind nur ein Teil der Situation. Es gibt Menschen, auf allen Seiten des Konfliktes, die versuchen, zusammenzuarbeiten, von Mensch zu Mensch, um Frieden aufzubauen. Es gibt nicht viele von ihnen. Sie stellen nicht die Mehrheit der Bevölkerung dar. Aber sie können einen immens wertvollen Beitrag zu einem Potential für Frieden in einer Welt leisten, in der dieser zu entschwinden scheint.

Sie finden nicht viel Erwähnung in der Welt-Presse. Ihrer sind stille Geschichten über einzelne Menschen, die einen ersten Schritt machen. Es ist wichtig, ihre Geschichte zu hören.

Die Internet-Seite "Practising Peace, eine Initiative von Quäkern aus Norwich und dem Norwich-Friedensrat, ist eine Quelle von Informationen über diese Initiativen. Sie kann unter www.practisingpeace.org/practisingpeace/index.html?all#list gefunden werden.

Die Seite liefert Informationen über eine ganze Anzahl von Organisationen. Es gibt sog. "Mosaik-Gemeinschaften" ("Mosaic communities"), multinationale Kooperativen in Israel, die daran arbeiten, integrierte Gemeinschaften zu etablieren. Sie arbeiten mit Gruppen von jungen Menschen, so dass diese ein Teil des Entwicklungsprozesses sein sich als Teilhaber der Projekte fühlen dürfen.

Da ist zum Beispiel ACRI, die Gesellschaft für Bürgerrechte in Israel ("Association for Civil Rights in Israel"). Heute ist ACRI Israels größte und führende Menschenrechtsorganisation, und die einzige Organisation, die das ganze Spektrum von Menschenrechten behandelt: vom Recht auf Freiheit bis zum Recht auf Information; vom Recht auf Bildung bis zum Recht auf freie Meinungsäußerung. ACRI arbeitet dafür, die Rechte vieler Einzelner zu schützen wie auch ganzer Gesellschaftsbereiche wie Männer und Frauen, religiös oder weltlich, Juden oder Araber, politisch links- oder rechts Gerichtete, neue Immigranten oder etablierte Bürger, Arbeitslose oder ausländische Arbeiter.

Ein anderes Beispiel ist das Sulha Friedens Projekt ("Sulha Peace Project"). Sulha ist ein lokal entstandener, nahöstlicher Weg der Versöhnung. Ihr Ziel ist es, Vertrauen zwischen Nachbarn wiederaufzubauen, zwischen Araber und Juden, von Herz zu Herz, als ein Graswurzel-Beitrag zum Frieden in Israel. Sie fühlen, dass in dieser leidvollen und kritischen Zeit ein Bedarf für einen sicheren Platz besteht, um die Geschichten anderer zu hören und zu wertschätzen, ihre Hoffnungen, Ängste, Traditionen und Kulturen, jenseits einer spezifischen, politischen Tagesordnung. Der Sulha-Weg zur Friedensschaffung ist ein Ansatz zur Friedensschaffung, der auf Versöhnung der Herzen zwischen den Kindern Abrahams abzielt, verwurzelt in einem Land, in dem sie gemeinsam leben müssen. Er "taut das Eis auf" und erlaubt es den Teilnehmern sich wieder miteinander zu verbinden, und gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit, sich ohne Furcht auf gesunde, ehrliche Beziehungen einzulassen. Ihre Versammlungen sind erfüllt von gemeinsamem Essen, Tanz, Musik, Gesprächskreisen und sakralen Ritualen aus arabischen und jüdischen Traditionen. So wird eine schnell wachsende Graswurzel-Bewegung geschaffen, die Menschen als vielen Schichten der Gesellschaft anzieht: Muslime, Christen, Juden, Drusen, Beduinen, Akademiker, Friedensschaffende, spirituelle Aktivisten, Kinder, Künstler, Berufstätige, Ältere, Geistliche, in der Bildung Tätige, weltliche wie religiöse Menschen. In den letzten vier Jahren ist Sulha von 150 auf über 4000 Teilnehmende angewachsen.

Dies sind nur einige Beispiele. Alles in Allem listet die Internetseite fast 30 Initiativen oder Organisationen auf, darunter Frauengruppen, Jugendgruppen, Gruppen, die diesen FRiedensprozeß aus dem Ausland unterstützen (zum Beispiel Sommer-Camps für Israeli und Palästinenser) und viele andere.

Im Januar hatte QCEA das Privileg, einen Friedensschaffenden aus Jerusalem und Mitglied des Sulha-Projektes, Rabbi Eliyahu McLean, zu beherbergen. Wir arrangierten Treffen zwischen ihm und relevanten Mitarbeitern in der Europäischen Kommission und dem Sekretariat des Rates [?welchen Rates ?], und beide Trefen waren nützlich und verliefen positiv. Wir werden mit dieser Art von Arbeit fortfahren, um solche Initiativen zu fördern, weil wir glauben, dass dies zu den Saaten der Hoffnung zählt, auf denen der Friedensprozeß im Nahen Osten aufgebaut werden könnte. Es wäre ein Prozeß, an dem Menschen auf beiden Seiten eine Teilhabe hätten, ein Friedensprozeß, der sehr verschiedene Blickwinkel verschiedener Gruppen auf beiden Seiten berücksichtigt, und der daher das Potential hat, langfristig wirksam zu sein.

Wir ermutigen Freunde und andere, sich mit diesen Initiativen vertraut zu machen, sie zu unterstützen, sie wo immer möglich bekannt zu machen, und sie im Licht zu halten, besonders in dieser für den Frieden im Nahen Osten kritischen Zeit.

Martina Weitsch
Übersetzung: Helge Moog

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Nachrichten in Kürze
UN-Bericht über Bedrohungen, Herausforderungen und Wandel

Eine hochrangige Arbeitsgruppe, eingesetzt durch UN-Generalsekretär Kofi Annan, um Wege zur Stärkung der internationalen Sicherheit aufzuzeigen, hat ihre Empfehlungen offiziell bekanntgegeben, in denen die Annahme neuer, weitreichender Grundregeln vorgeschlagen wird, um der Welt zu helfen, mit neuen und sich entwickelnden Bedrohungen des 21. Jahrhunderts umzugehen, und um die Vereinten Nationen zu stärken.

Der Generalsekretär hat seiner Unterstützung für die Vorschläge der Arbeitsgruppe Ausdruck verliehen: "Der Bericht bietet den Vereinten Nationen eine einzigartige Gelegenheit zur Umgestaltung und Erneuerung unserer Institutionen."

Der Bericht der hochrangingen Arbeitsgruppe über Bedrohungen, Herausforderungen und Wandel mit dem Titel "A More Secure World: Our Shared REsponsibility" ist im Internet zugänglich unter der Adresse www.un.org/secureworld/.

Vollversammlung von internationalen Nicht-Regierungsorganisationen (INROs) beim Europarat

Die Vollversammlung des Jahres 2005 fand am 25. Januar im Palais de l'Europe in Straßburg statt und wurde von Liz Scurfield besucht. Es gab eine Rekord-Beteiligung von 374 INROs mit einem teilnehmenden Status. Sie nahmen ihre Erklärung für den dritten Gipfel der Staats- und Regierungschefs des Europarates (16.-17. Mai in Warschau) an sowie neue Verfahrensregeln.

Liz stellte auf der Sitzung der Menschenrechtsgruppe der INROs am 26. Januar den Entwurf der Resolution von QCEA über das Recht auf Verweigerung der Zahlung von Steuern für militärische Zwecke aus Gewissensgründen vor. Man kam überein, dass das Thema beim nächsten Treffen im April ausführlich diskutiert werden soll.

Ebenfalls am 25. Januar wurde ein Gedenkstein auf dem Vorhof des Europarates enthüllt, der an den 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz erinnert.

Neue Stelle bei QCEA

QCEA sucht eine junge Person (21 - 30 Jahre), um bis September 2005 als Programm Assistant zu arbeiten. Diese neue Stelle wurde möglich durch die großzügige Unterstützung der deutschen Jahresversammlung. Mehr Informationen und Bewerbungsunterlagen können abgerufen werden unter http://www.quaker.org/qcea/pa.htm oder direkt beim Büro von QCEA.

Neugestaltung des Internet-Auftritts

QCEA plant, im Verlaufe des nächsten Jahres ihren Internet-Auftritt neu zu gestalten. Wir würden gerne von Euch, den Anwendern der Seiten, hören: was Euch an den Seiten gefällt, was Ihr gerne sehen würdet und andere Gedanken, die Ihr darüber habt. Bitte schickt Eure Kommentar an folgende E-Mail-Adresse: rbloomfield@qcea.org .

Übersetzung: Helge Moog

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