Der Bürgermeister von Hiroshima besucht das Europa-Parlament
Im
Rahmen der Kampagne "Bürgermeister für den Frieden"
besuchte Herr Akiba, Bürgermeister von Hiroshima und Gründer
des Netzwerks Bürgermeister für den Frieden, am Mittwoch,
dem 19. Januar, das Europa-Parlament. Am Vormittag sprach Akiba vor
dem außenpolitischen Ausschuss über die Notwendigkeit für
die Welt, die nukleare Bedrohung abzuwenden. Dies
ist ein äußerst aktuelles Thema. Die siebte Nachfolgekonferenz
des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NPT
= Non-Proliferation of Nuclear Weapons Treaty) findet im Mai 2005
statt. Der NTP ist einer der wichtigsten internationalen Verträge
zur Verhinderung der Weitergabe von Nuklearwaffen und zur Förderung
des Ziels der nuklearen Abrüstung. Der NTP ist zur Zeit bedroht,
weil die Atomwaffen-Staaten (England, Frankreich, USA, China und
Russland), die diesen Vertrag unterzeichneten, darin scheiterten,
die nukleare Nichtverbreitung und Abrüstung voran zu treiben.
Außerdem haben Staaten, die diesen Vertrag nicht unterzeichneten,
auch Kernwaffenaktivitäten unternommen. Israel, Pakistan und
Indien entwickelten Möglichkeiten zum Gebrauch von Kernwaffen
und sind nicht an einem Beitritt interessiert, während Nordkorea
sich von dem NPT zurückgezogen hat.
Alle
EU-Mitgliedsstaaten haben den Vertrag über die Nichtverbreitung
von Kernwaffen (NPT) unterzeichnet (einschließlich England
und Frankreich mit ihren Kernwaffen), und wie der Bürgermeister
in seiner Rede feststellte, "muss Europa eine geschichtliche
Rolle dabei übernehmen, die Menschheit in eine atomwaffenfreie
Zukunft zu führen".
Nach
seiner Rede vor dem außenpolitischen Ausschuss traf Akiba
mit Vertretern europäischer Friedensgruppen zusammen, um mit
ihnen ihre Aktionspläne für die Nachfolgekonferenz im
Mai zu diskutieren. Danach gab es ein Essen für Akibas Delegation,
zu dem die beiden Präsidenten der Intergroup für Friedensinitiativen
(ein Forum für die Europa-Parlamentarier für Diskussionen
und Debatten über Friedensinitiativen), Tobias Pflüger
(GUE. = Konföderale Fraktion der Vereinigten Europäischen
Linken - Deutschland) und Caroline Lucas (Grüne - EFA - Vereinigtes
Königreich) eingeladen hatten.
Nach
dem Essen nahm Akibas Delegation im belgischen Parlament an einer
Anhörung des Außenpolitischen- und des Verteidigungsausschusses
des Abgeordnetenhauses und des Senats teil. Danach kehrte Akiba
ins Europa-Parlament zurück zu einem Empfang der Intergroup
für Friedensinitiativen, an dem Europa-Parlamentarier und Vertreter
europäischer Friedensgruppen teilnahmen.
Schließlich fuhr die Delegation des Bürgermeisters nach
Antwerpen, und die Ereignisse des Tages endeten mit einer Diskussionsrunde
von Europa-Parlamentariern und europäischen Friedensgruppen,
die sich für atomare Abrüstung einsetzen. Schlüsselfragen
waren die nächsten notwendigen Schritte des Europa-Parlaments,
um die Sache der Abschaffung von Atomwaffen voran zu treiben.
Robin
Bloomfield
Übersetzung: Christel Wieding
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Bürgermeister
für den Frieden
Die ‚Bürgermeister
für den Frieden Notkampagne zum Verbot Nuklearer Waffen' lädt
Bürgermeister aus aller Welt ein, zu der Nachfolgekonferenz des
NPT zu kommen. Die Bürgermeister für den Frieden Kampagne
schlug vor, dass die Verhandlungen 2005 beginnen und bis 2010 zu einem
Vertrag zur Abschaffung von Nuklearwaffen führen sollten und
zur weltweiten atomaren Abrüstung nicht später als 2020.
Ist
dein Bürgermeister ein "Bürgermeister für den
Frieden"?
Um
herauszufinden, wie du deinen Bürgermeister zum Beitritt zur
"Bürgermeister für den Frieden Kampagne" bewegen
kannst, gehe zu: www.abolitionnow.org/mayors.htm.
Erfahre
mehr über Europa und den Vertrag über die Nichtverbreitung
von Kernwaffen
Als
Folge des Besuchs des Bürgermeisters von Hiroshima hat QCEA
einen neuen Abschnitt auf seiner Website eingerichtet unter der
Überschrift "Europa und der NPT". Weitere Informationen
über die laufenden Probleme des NPT unter: www.quaker.org/qcea/npt.htm.
Mach
mit bei der Kampagne "Abschaffung jetzt!"
Informationen
über zehn Dinge, die du zur Unterstützung des Aufrufs
zurAbschaffung von Kernwaffen tun kannst, unter: www.abolitionnow.org/tenthings.html.
Einen
ausführlichen Bericht über den Besuch des Bürgermeisters
von Hiroshima in Brüssel gibt es unter:
www.abolition2000europe.org/m4pBrussels.php.
Übersetzung:
Christel Wieding
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Frieden
schaffen im Nahen Osten
Nachrichten
in Fernsehen und Radio sind voll von Nachrichten über Schrecken,
Gewalt, Unterdrückung und Leid. Diese Geschichten sind wahr und
wichtig, und wir, die wir in relativer Sicherheit leben, müssen
sie hören.
Aber
diese Geschichten sind nur ein Teil der Situation. Es gibt Menschen,
auf allen Seiten des Konfliktes, die versuchen, zusammenzuarbeiten,
von Mensch zu Mensch, um Frieden aufzubauen. Es gibt nicht viele
von ihnen. Sie stellen nicht die Mehrheit der Bevölkerung dar.
Aber sie können einen immens wertvollen Beitrag zu einem Potential
für Frieden in einer Welt leisten, in der dieser zu entschwinden
scheint.
Sie
finden nicht viel Erwähnung in der Welt-Presse. Ihrer sind
stille Geschichten über einzelne Menschen, die einen ersten
Schritt machen. Es ist wichtig, ihre Geschichte zu hören.
Die
Internet-Seite "Practising Peace, eine Initiative von Quäkern
aus Norwich und dem Norwich-Friedensrat, ist eine Quelle von Informationen
über diese Initiativen. Sie kann unter www.practisingpeace.org/practisingpeace/index.html?all#list
gefunden werden.
Die
Seite liefert Informationen über eine ganze Anzahl von Organisationen.
Es gibt sog. "Mosaik-Gemeinschaften" ("Mosaic communities"),
multinationale Kooperativen in Israel, die daran arbeiten, integrierte
Gemeinschaften zu etablieren. Sie arbeiten mit Gruppen von jungen
Menschen, so dass diese ein Teil des Entwicklungsprozesses sein
sich als Teilhaber der Projekte fühlen dürfen.
Da
ist zum Beispiel ACRI, die Gesellschaft für Bürgerrechte
in Israel ("Association for Civil Rights in Israel").
Heute ist ACRI Israels größte und führende Menschenrechtsorganisation,
und die einzige Organisation, die das ganze Spektrum von Menschenrechten
behandelt: vom Recht auf Freiheit bis zum Recht auf Information;
vom Recht auf Bildung bis zum Recht auf freie Meinungsäußerung.
ACRI arbeitet dafür, die Rechte vieler Einzelner zu schützen
wie auch ganzer Gesellschaftsbereiche wie Männer und Frauen,
religiös oder weltlich, Juden oder Araber, politisch links-
oder rechts Gerichtete, neue Immigranten oder etablierte Bürger,
Arbeitslose oder ausländische Arbeiter.
Ein
anderes Beispiel ist das Sulha Friedens Projekt ("Sulha Peace
Project"). Sulha ist ein lokal entstandener, nahöstlicher
Weg der Versöhnung. Ihr Ziel ist es, Vertrauen zwischen Nachbarn
wiederaufzubauen, zwischen Araber und Juden, von Herz zu Herz, als
ein Graswurzel-Beitrag zum Frieden in Israel. Sie fühlen, dass
in dieser leidvollen und kritischen Zeit ein Bedarf für einen
sicheren Platz besteht, um die Geschichten anderer zu hören
und zu wertschätzen, ihre Hoffnungen, Ängste, Traditionen
und Kulturen, jenseits einer spezifischen, politischen Tagesordnung.
Der Sulha-Weg zur Friedensschaffung ist ein Ansatz zur Friedensschaffung,
der auf Versöhnung der Herzen zwischen den Kindern Abrahams
abzielt, verwurzelt in einem Land, in dem sie gemeinsam leben müssen.
Er "taut das Eis auf" und erlaubt es den Teilnehmern sich
wieder miteinander zu verbinden, und gibt ihnen ein Gefühl
der Sicherheit, sich ohne Furcht auf gesunde, ehrliche Beziehungen
einzulassen. Ihre Versammlungen sind erfüllt von gemeinsamem
Essen, Tanz, Musik, Gesprächskreisen und sakralen Ritualen
aus arabischen und jüdischen Traditionen. So wird eine schnell
wachsende Graswurzel-Bewegung geschaffen, die Menschen als vielen
Schichten der Gesellschaft anzieht: Muslime, Christen, Juden, Drusen,
Beduinen, Akademiker, Friedensschaffende, spirituelle Aktivisten,
Kinder, Künstler, Berufstätige, Ältere, Geistliche,
in der Bildung Tätige, weltliche wie religiöse Menschen.
In den letzten vier Jahren ist Sulha von 150 auf über 4000
Teilnehmende angewachsen.
Dies
sind nur einige Beispiele. Alles in Allem listet die Internetseite
fast 30 Initiativen oder Organisationen auf, darunter Frauengruppen,
Jugendgruppen, Gruppen, die diesen FRiedensprozeß aus dem
Ausland unterstützen (zum Beispiel Sommer-Camps für Israeli
und Palästinenser) und viele andere.
Im
Januar hatte QCEA das Privileg, einen Friedensschaffenden aus Jerusalem
und Mitglied des Sulha-Projektes, Rabbi Eliyahu McLean, zu beherbergen.
Wir arrangierten Treffen zwischen ihm und relevanten Mitarbeitern
in der Europäischen Kommission und dem Sekretariat des Rates
[?welchen Rates ?], und beide Trefen waren nützlich und verliefen
positiv. Wir werden mit dieser Art von Arbeit fortfahren, um solche
Initiativen zu fördern, weil wir glauben, dass dies zu den
Saaten der Hoffnung zählt, auf denen der Friedensprozeß
im Nahen Osten aufgebaut werden könnte. Es wäre ein Prozeß,
an dem Menschen auf beiden Seiten eine Teilhabe hätten, ein
Friedensprozeß, der sehr verschiedene Blickwinkel verschiedener
Gruppen auf beiden Seiten berücksichtigt, und der daher das
Potential hat, langfristig wirksam zu sein.
Wir
ermutigen Freunde und andere, sich mit diesen Initiativen vertraut
zu machen, sie zu unterstützen, sie wo immer möglich bekannt
zu machen, und sie im Licht zu halten, besonders in dieser für
den Frieden im Nahen Osten kritischen Zeit.
Martina
Weitsch
Übersetzung: Helge Moog
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Nachrichten
in Kürze
UN-Bericht
über Bedrohungen, Herausforderungen und Wandel
Eine
hochrangige Arbeitsgruppe, eingesetzt durch UN-Generalsekretär
Kofi Annan, um Wege zur Stärkung der internationalen Sicherheit
aufzuzeigen, hat ihre Empfehlungen offiziell bekanntgegeben, in
denen die Annahme neuer, weitreichender Grundregeln vorgeschlagen
wird, um der Welt zu helfen, mit neuen und sich entwickelnden Bedrohungen
des 21. Jahrhunderts umzugehen, und um die Vereinten Nationen zu
stärken.
Der
Generalsekretär hat seiner Unterstützung für die
Vorschläge der Arbeitsgruppe Ausdruck verliehen: "Der
Bericht bietet den Vereinten Nationen eine einzigartige Gelegenheit
zur Umgestaltung und Erneuerung unserer Institutionen."
Der
Bericht der hochrangingen Arbeitsgruppe über Bedrohungen, Herausforderungen
und Wandel mit dem Titel "A More Secure World: Our Shared REsponsibility"
ist im Internet zugänglich unter der Adresse www.un.org/secureworld/.
Vollversammlung
von internationalen Nicht-Regierungsorganisationen (INROs) beim
Europarat
Die
Vollversammlung des Jahres 2005 fand am 25. Januar im Palais de
l'Europe in Straßburg statt und wurde von Liz Scurfield besucht.
Es gab eine Rekord-Beteiligung von 374 INROs mit einem teilnehmenden
Status. Sie nahmen ihre Erklärung für den dritten Gipfel
der Staats- und Regierungschefs des Europarates (16.-17. Mai in
Warschau) an sowie neue Verfahrensregeln.
Liz
stellte auf der Sitzung der Menschenrechtsgruppe der INROs am 26.
Januar den Entwurf der Resolution von QCEA über das Recht auf
Verweigerung der Zahlung von Steuern für militärische
Zwecke aus Gewissensgründen vor. Man kam überein, dass
das Thema beim nächsten Treffen im April ausführlich diskutiert
werden soll.
Ebenfalls
am 25. Januar wurde ein Gedenkstein auf dem Vorhof des Europarates
enthüllt, der an den 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz
erinnert.
Neue
Stelle bei QCEA
QCEA
sucht eine junge Person (21 - 30 Jahre), um bis September 2005 als
Programm Assistant zu arbeiten. Diese neue Stelle wurde möglich
durch die großzügige Unterstützung der deutschen
Jahresversammlung. Mehr Informationen und Bewerbungsunterlagen können
abgerufen werden unter http://www.quaker.org/qcea/pa.htm
oder direkt beim Büro von QCEA.
Neugestaltung
des Internet-Auftritts
QCEA
plant, im Verlaufe des nächsten Jahres ihren Internet-Auftritt
neu zu gestalten. Wir würden gerne von Euch, den Anwendern
der Seiten, hören: was Euch an den Seiten gefällt, was
Ihr gerne sehen würdet und andere Gedanken, die Ihr darüber
habt. Bitte schickt Eure Kommentar an folgende E-Mail-Adresse: rbloomfield@qcea.org
.
Übersetzung:
Helge Moog
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