Neu
nachdenken über Krieg und Frieden
"Frieden
und Sicherheit im 21.Jahrhundert zu fördern, erfordert eine grundsätzliche
Änderung unserer Antwort auf die Herausforderung gewaltsamer
Konflikte." Dies ist der Eingangssatz der ersten Leitprinzipien
, der als Teil der ‚Dublin Action Agenda der Europäischen
Regionalkonferenz über Globale Partnerschaft zur Verhinderung
bewaffneter Konflikte' im April 2004 angenommen wurde. In
ihrem Buch "Rethinking War and Peace" (‚Neu nachdenken
über Krieg und Frieden' May 2004, ISBN 0 74532188 7; 11.99
brit. Pfund) geht Diana Francis auf die Forderung dieses Leitprinzips
ein, indem sie klar, prägnant und verständlich die notwendige
Veränderung in unserem Denken darlegt. Dieses Buch ist gerade
zur rechten Zeit erschienen. Es beschreibt die Veränderung
im Denken, die wir selbst und in unserem Dialog mit anderen vollziehen
müssen.
Diana
Francis beschreibt die Welt, in der wir leben, und dann stellt sie
die Rechtfertigung für den Krieg dar und die Gründe, warum
diese Rechtfertigung nicht funktioniert. Danach untersucht sie die
Frage, ob Gewalt und Krieg zwangsläufig Bestandteile der menschlichen
Natur sind und stellt fest, sie sind es nicht. Sie betrachtet auch
die Fragen um Ethik und Krieg und befasst sich insbesondere mit
der Debatte um den "gerechten Krieg". Entscheidend wichtig:
sie spricht auch die Probleme des Umgangs mit Tyrannei an, die Frage
"Und wie war das mit Hitler?"
Das
Schlusskapitel des Buches ist ein Aufruf zum Handeln und eine klare
Aussage dazu, was getan werden muss und warum. Sie anerkennt das
Ausmaß dieser Aufgabe - die Zahl der Ansatzpunkte zum Handeln,
genau aufgelistet, beläuft sich auf 38 - und sie ist sich klar
darüber, dass diese Liste nicht erschöpfend ist.
Entscheidend
wichtig: sie ist sich im klaren, dass die notwendige Verpflichtung
zu alternativen Methoden im Umgang mit Konflikten ernst genommen
werden muss. "Wir müssen gewaltfreie Methoden ebenso ernst
nehmen - und, wenn nötig, ebenso großzügig finanzieren
- wie zur Zeit unsere militärischen Methoden", sagt sie
und weiter unten: "Wir müssen mit den Vorbereitungen anfangen
- in einem realistischen Maß, mit geeigneten Mitteln (resources)
- für konstruktive Solidarität und Intervention, so dass
wir nicht nur Zuschauer bleiben, wenn Gewaltausbrüche geschehen."
Dieses
Buch müsst ihr in diesem Jahr lesen. Dieses Buch müsst
ihr euren Freunden, Kollegen, Familien und Bekannten geben. Dieses
Buch müsst ihr zum Gegenstand eurer Studiengruppen machen.
Dieses Buch wird euch bei der Beantwortung der Frage "Wenn
nicht Krieg, was dann?" helfen. Es wird sie überzeugend
beantworten.
Martina
Weitsch
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