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Nr 264 Juli/August 2004
 
Inhaltsverzeichnis
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Neu nachdenken über Krieg und Frieden

 

Neu nachdenken über Krieg und Frieden 
"Frieden und Sicherheit im 21.Jahrhundert zu fördern, erfordert eine grundsätzliche Änderung unserer Antwort auf die Herausforderung gewaltsamer Konflikte." Dies ist der Eingangssatz der ersten Leitprinzipien , der als Teil der ‚Dublin Action Agenda der Europäischen Regionalkonferenz über Globale Partnerschaft zur Verhinderung bewaffneter Konflikte' im April 2004 angenommen wurde.

In ihrem Buch "Rethinking War and Peace" (‚Neu nachdenken über Krieg und Frieden' May 2004, ISBN 0 74532188 7; 11.99 brit. Pfund) geht Diana Francis auf die Forderung dieses Leitprinzips ein, indem sie klar, prägnant und verständlich die notwendige Veränderung in unserem Denken darlegt. Dieses Buch ist gerade zur rechten Zeit erschienen. Es beschreibt die Veränderung im Denken, die wir selbst und in unserem Dialog mit anderen vollziehen müssen.

Diana Francis beschreibt die Welt, in der wir leben, und dann stellt sie die Rechtfertigung für den Krieg dar und die Gründe, warum diese Rechtfertigung nicht funktioniert. Danach untersucht sie die Frage, ob Gewalt und Krieg zwangsläufig Bestandteile der menschlichen Natur sind und stellt fest, sie sind es nicht. Sie betrachtet auch die Fragen um Ethik und Krieg und befasst sich insbesondere mit der Debatte um den "gerechten Krieg". Entscheidend wichtig: sie spricht auch die Probleme des Umgangs mit Tyrannei an, die Frage "Und wie war das mit Hitler?"

Das Schlusskapitel des Buches ist ein Aufruf zum Handeln und eine klare Aussage dazu, was getan werden muss und warum. Sie anerkennt das Ausmaß dieser Aufgabe - die Zahl der Ansatzpunkte zum Handeln, genau aufgelistet, beläuft sich auf 38 - und sie ist sich klar darüber, dass diese Liste nicht erschöpfend ist.

Entscheidend wichtig: sie ist sich im klaren, dass die notwendige Verpflichtung zu alternativen Methoden im Umgang mit Konflikten ernst genommen werden muss. "Wir müssen gewaltfreie Methoden ebenso ernst nehmen - und, wenn nötig, ebenso großzügig finanzieren - wie zur Zeit unsere militärischen Methoden", sagt sie und weiter unten: "Wir müssen mit den Vorbereitungen anfangen - in einem realistischen Maß, mit geeigneten Mitteln (resources) - für konstruktive Solidarität und Intervention, so dass wir nicht nur Zuschauer bleiben, wenn Gewaltausbrüche geschehen."

Dieses Buch müsst ihr in diesem Jahr lesen. Dieses Buch müsst ihr euren Freunden, Kollegen, Familien und Bekannten geben. Dieses Buch müsst ihr zum Gegenstand eurer Studiengruppen machen. Dieses Buch wird euch bei der Beantwortung der Frage "Wenn nicht Krieg, was dann?" helfen. Es wird sie überzeugend beantworten.

Martina Weitsch

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