Gedanken
eines amerikanischen Quakers zu Frieden
Rede
eines amerikanischen Quakers bei einer Protestveranstaltung am 27.Sepetember
2003 in Brüssel gegen die Besetzung des Irak, der West Bank und
des Gazastreifens. Guten
Tag.
Ich
bin nicht George Bush.
Aber
ich bin Amerikaner.
Ich
trage keine Waffe.
Aber
ich bin Amerikaner.
Ich
habe keine Flagge der Vereinigten Staaten über dem Dach meines
Hauses oder an der Antenne meines Wagens.
Aber
ich bin Amerikaner..
In
dieser neuen "globalen Gesellschaft", wohinein wir viel
zu schnell geworfen worden sind, ist es uns nicht mehr erlaubt,
das wirkliche Gesicht unserer Nachbarn zu sehen, ihr Herz und ihre
Gedanken zu kennen. Stattdessen werden wir Zeugen jener Darstellungen,
die in den Medien für uns ausgewählt wurden. Allzuoft
spiegeln die Leute, die wir sehen und die Meinungen, welche wir
hören, nicht einmal die Minderheit der einzelnen Ansichten
in der betreffenden Frage wider.
Ich
bin heute hier, um Euch zu versichern, daß die allzu oft nicht
wahrgenommene Mehrheit in den Vereinigten Staaten nicht schweigt.
Ich
bin hier, um Euch zu sagen: Obwohl Ihr uns nicht in den Nachrichten
des Abends sehen und hören könnt, sind wir da, und wir
sind empört über das, was eine kleine Zahl von "Vertretern
des Volkes" (bei den meisten sind sich viele von uns nicht
wirklich sicher, daß wir sie tatsächlich in ihr Amt gewählt
haben) glauben, uns als den Willen des amerikanischen Volkes darstellen
zu können.
Diese
Aktionen im Nahen Osten entsprechen nicht dem Willen des Volkes.Sie
gründen sich auf die Gier und den Milliarden-Reichtum einiger
weniger Geschäftsleute. Sie beruhen auf der Gier und Habsucht
von reichen Geschäftsleuten. Sie beruhen auf dem Wunsch nach
Expansion und Verstärkung der US-Kontrolle über den energiereichen
Mittleren Osten, der einzigen und wichtigsten Quelle strategischer
Macht in einer industriellen Welt, die auf Erdöl basiert.
Schon
bevor der 2. Irakkrieg begann, war die Stimme des Protestes im ganzen
Land zu hören.
Viele
von Euch hier werden sich vielleicht an die Demonstrationen vom
26.Oktober erinnern, wo in Berlin über 20.000 Menschen demonstrierten,
um den Krieg im Irak zu beenden, ehe er überhaupt beginnen
konnte, und hier in Belgien, wo sich 150 Menschen vor der US-Botschaft
versammelten. Ihr wißt sicher auch Bescheid über die
anderen Protestdemonstrationen überall in Deutschland und quer
durch ganz Europa, die zeitgleich stattfanden.
Was
himmelschreienderweise von den größten Medien übersehen
wurde, war die Tatsache, daß das Epizentrum dieser Proteste
das Weiße Haus in Washington war, das an diesem Tage von 200.000
Menschen umgeben war. Das war die größte Anti-Kriegs-Demonstration,
seitdem die US-Armee 1975 in Vietnam von einer Volksarmee geschlagen
worden war. Weitere 100.000 demonstrierten in San Francisco und
tausende weitere in Städten im ganzen Land, wo es Menschen
nicht möglich war, zu den Hauptkundgebungen zu kommen.
Seitdem
wurden die Proteste und Demonstrationen im ganzen Land fortgeführt,
auch noch als die Bush-Administration die Stimmen von hunderttausenden
von Amerikanern ignoriert hat: Doktoren, Regierungsangehören,
Autoren, Lehrern, kirchlichen Würdenträgern, Kriegsveteranen,
Gewerkschaftsvertretern und Menschen aus allen Bevölkerungsschichten,
die alle gegen den Krieg und die fortdauernde Besetzung des Iraks
sind. Der Preis für die Kosten von 6 Milliarden Dollar pro
Monat (1,5 Mrd. pro Woche) sind dramatische Haushaltskürzungen
in der Bildung sowohl an den Schulen als auch Universitäten,
ebenso im Gesundheitsdienst, beim Wohngeld, der Versorgung der Kriegsveteranen
und bei anderen Unterstützungsprogrammen für die Arbeitenden
und die Armen. Und die Bush-Administration hat die Furcht, die durch
die Tragödie im World Trate Center hervorgerufen wurde, benutzt,
um dieses fortzusetzen und dabei eben jene Freiheiten zu verringern
und abzuschaffen, von denen sie behauptet, daß die Vereinigten
Staaten darum zu kämpfen, um sie zu erhalten.
Es
ist dies die Zeit und der Ort dafür, unsere Herzen und unseren
Geist von den Fesseln des Terrors und der Furcht freizumachen, und
fortzuschreiten, nicht als Repräsentaten unser eigenen Interessen,
sondern der Interessen einer globalen Gemeinschaft von Freunden
und Famlilien.
Unsere
heutige Anwesenheit soll als ein "Weckruf" an die Machthaber
verstanden werden, daß die Völker der Welt (die USA eingeschlossen)
eine Regierung fordern, die sich auf eine Moral und solche ethischen
Prinzipien begründet, welche die Menschenrechte eines jeden
Individuums hochhält, und nicht nur die Prinzipien der Macht,
der Herrschaft und des Imperiums. Dies ist das Erbe eines jeden
Amerikaners von den Gründervätern her, und eine Philosophie,
der die kleine Zahl der Machthungrigen ausweicht, welche die Schnüre
des Geldbeutels unserer Nation kontrolliert.
Im
Frieden und allein in ihm liegt der Schlüssel dafür, dieses
Erbe, dieses kostbare Geschenk, wiederherzustellen, welches die
Busch-Administration rapide abgebaut hat, seit sich "George
W." seinen Weg ins Amt erschlichen hat. Es ist durch diese
Wiederherstellung, daß wir eine evolutionnäre Politik
der Vision, des Mitgefühls und der Freude erschaffen können,
um eine neue globale Nation zu begründen, die die Macht der
Liebe nutzt, der Gemeinschaft und der Teilhabe, um unsere Politik
und uns selbst zu wandeln.
Die
Vereinigten Staaten sind nicht der Weltpolizist, und sie sollten
nicht versuchen, die Führer anderer souveräner Staaten
zu bestimmen. Ebenso sollte sich das amerikanische Volk nicht zum
ahnunglsosen Bauern im Spiel internationaler Ölinteressen und
Waffenhändler machen lassen, auf Kosten von Schmerz und Leid
im Mittleren Osten und in anderen Staaten, die unter ihrer Macht
leiden.
Ich
bete für den Frieden auf der Welt.
Und
ich bin Amerikaner.
Ich
liebe jeden Menschen als wäre er mein Bruder.
Und
ich bin Amerikaner.
Ich
glaube daran, daß wir diesen Planeten zu einer freudvolle
Welt ohne Grenzen machen können.
Und
ich bin Amerikaner.
Danke
für Ihre Aufmerksamkeit.
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Zwischen
zwei Stühlen: Die Entwicklungsländer bei der Welthandelskonferenz
(WTO)
Durch
das Scheitern der WTO-Ministerkonferenz in Cancún drohte ein
Zusammenbruch des multilateralen Systems zur Festlegung internationaler
Handelsgesetze. Während die WTO-Regeln dringend einer Reform
bedürfen, um sicherzustellen, dass ein gerechtes Verfahren zu
einem gerechten Ergebnis führt (das ist vielleicht der Grund,
warum die Stärke der Stimmen der Entwicklungsländer das
Scheitern herbeiführte), bietet die WTO, so wie sie sich zur
Zeit darstellt, wenigstens einen gewissen Grad von Schutz in dem Dschungel
bilateraler Abkommen, wo die Unterschiede in der Stärke der EU
und der USA einerseits und der Entwicklungsländer andererseits
dazu führen, dass sie nahezu jede gewünschte Konzession
in bilateralen Abkommen verlangen können. Dieses
grundsätzliche Dilemma zwischen einem zutiefst fehlerhaften
multilateralen System, das dringend einer Reform bedarf, und dem
rauen Terrain der bilateralen Handelsabkommen, entzweite - was niemanden
überraschte - die NGOs auf der Cancún-Konferenz. Es
ist eine unlösbare Frage, die sich aber nur deshalb stellt,
weil die EU und die USA konstant ihre Macht gebrauchen, um Regeln
festzusetzen, die vor allem ihren eigenen Interessen dienen.
Der
Außenhandelsausschußvorsitzende (External Trade Commissioner)
der EU, Pascal Lamy, schlug bereits als Vorgehensweise vor, dass
die EU sagen sollte: "Wir müssen selber ernsthaft darüber
nachdenken ....sollen wir unsere Priorität für den Multilateralismus
beibehalten, der der wichtigste Grundsatz der EU Handelspolitik
war?" In dieser Frage stellt sich die EU gerne als die dem
Multilateralismus verpflichteten Guten dar, während die USA
die Bösen sind, die ganz offen die WTO aufgefordert haben,
das durchzuführen, was sie wollen, sonst .....
Zu
Beginn des Jahres stellte Lamy fest:" Wir besitzen die Fähigkeit,
mit Nachdruck Investitionen auf bilateraler Basis zu erreichen."
Da diese Investitionen anscheinend von der Agenda verschwunden sind,
muß Lamy jetzt etwa damit rechnen, Investitionen durch bilaterale
Übereinkünfte zu erreichen? Realistisch betrachtet, scheint
es nicht so, dass die Anwendung bilateraler Handelsabkommen für
die EU tatsächlich ein größeres ideologisches Problem
darstellt.
Die
WTO-Konferenz in Cancún erlebte die Bildung starker geeinter
Gruppen von Entwicklungsländern und anderen. Trotzdem ermöglichten
zweifelhafte Praktiken einen Textentwurf, der ganz offensichtlich
die Anliegen und ausdrücklichen Meinungen der Entwicklungsländer
zu den "Neuen Plänen" ("New Issues") ignorierte.
Die Entwicklungsländer konnten gemeinsame Positionen behaupten
und ihre Standpunkte durch unterschiedliche Gruppen von Entwicklungsländern
artikulieren: die G22, die G32 und die G90. Die G22 schaffte es,
in Bezug auf die Landwirtschaftsgespräche eine gemeinsame Position
zu vertreten, insbesondere durch ihre Betonung der landwirtschaftlichen
Subventionen in den USA und der EU. Die G32 behauptete eine gemeinsame
Plattform in Bezug auf die Probleme besonderer Produkte und besonderer
Schutzmaßnahmen (Schutzmaßnahmen für Entwicklungsländer
gegen landwirtschaftliche Produkte zur Vermeidung der schlechten
Auswirkungen landwirtschaftlicher Importe); und die G90 vertrat
einen gemeinsamen Standpunkt gegen den Beginn von Verhandlungen
über die "Neuen Pläne" ("New Issues").
Angesichts
dieses Drucks wurde deutlich, dass die EU und die USA als nicht
mehr in Verbindung stehend nicht daran gewöhnt sind, mit Gleichrangigen
zu verhandeln, die sie nicht manipulieren, auseinander dividieren
und dazu zwingen können, ihre Ziele zu erreichen. Das führte
zu einem Versuch in letzter Minute, zu einem Spiel mit dem Feuer,
durch Lamy, vielleicht in der Hoffnung, frühere Erfahrungen
zu wiederholen, als Entwicklungen in letzter Minute zu einem freien
Fall der Positionen der Entwicklungsländer führten, was
der EU ermöglichte, ihre Prioritäten zu wahren infolge
ihrer größeren Organisation und Verhandlungsstärke.
Die Stärke der G90 als Opposition zu diesen Entwicklungen und
ihr konsequentes Festhalten an ihrer Oppositionshaltung bedeutete,
dass die mageren Zugeständnisse der EU als die schäbigen
Angebote erschienen, die sie tatsächlich sind.
Es
bleibt zu hoffen, dass dieser willkommene Wechsel in der Politik
der WTO anhält und nicht durch Bemühungen der EU und der
USA untergraben wird, das Forum für Wirtschaftsverhandlungen
zu bilateralen Foren zu verschieben, bei denen die Koordinierung
unter den Entwicklungsländern viel schwieriger würde.
Wenn der Multilateralismus beibehalten wird, könnte sich das
Scheitern von Cancún als Wendepunkt erweisen, indem die
Gemeinsamen
Interessen der Entwicklungsländer erstmals ernst genommen werden
und Einfluß gewinnen auf den Prozess und die Ergebnisse. Pascal
Lamys kürzlicher Vorschlag für ein Überdenken der
Arbeitsweise der WTO könnte eine solche Gelegenheit bieten,
wenn die EU sich entschließt, sie zu ergreifen.
Owen
Espley
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Die
sachets Regierungskonferenz
QCEA
berichtete kürzlich ausführlich über Entwicklungen
im Konvent über die Zukunft Europas. Der Konvent beschloß
seine Arbeit im Sommer 2003 und präsentierte dem Europäischen
Rat im Juni 2003 in Thessaloniki seinen Entwurf für einen Verfassungsvertrag.
Der Europäische Rat nahm diesen als Grundlage für weitere
Verhandlungen an berief für die zweite Hälfte des Jahres
2003 eine Regierungskonferenz ein, auf der der Entwurf bis Mai 2004
bis zur Unterschriftsreife vollendet werden sollte. Regierungskonferenzen
sind die Werkzeuge, mit denen die Europäische Union ihre Verträge
ändert. Da der Verfassungsvertrag, falls er angenommen wird,
alle vorher geschlossenen Verträge, auf denen die Europäische
Union beruht, ablösen soll, ist die Einberufung einer solchen
Regierungskonferenz notwendig.
Nunmehr
gibt es einen Zeitplan für die Regierungskonferenz. Die Konferenz
begann ihre Arbeit am 4. Oktober 2003. Themen werden auf unterschiedlichen
Ebenen diskutiert werden.
Detailfragen
werden von Repräsentanten der Regierungen der Mitglieds- und
der Beitrittsstaaten diskutiert werden. Diese werden wahrscheinlich
von permanenten Repräsentanten aller Staaten gestellt werden,
d. h. deren EU-Botschaftern.
Die
meisten Themen werden auf dem Rat für allgemeine Angelegenheiten
diskutiert werden. Dieser besteht aus den Außenministern und/oder
den Ministern für europäische Angelegenheiten der Mitglieds-
und Beitrittsstaaten. Sie werden sich in der Zeit zwischen dem 4.
Oktober und dem 10. Dezember einige Male treffen.
Es
wird auch zwei oder drei Treffen des Europäischen Rates geben.
Zu diesen werden die Regierungschefs der Mitglieds- und Beitrittsstaaten
erscheinen. Sie werden über breiter angelegte Themen diskutieren
und entscheiden und werden wahrscheinlich auf ihrem letzten Treffen
am 12./13. Dezember 2003 den endgültigen Entwurf verabschieden.
All
diese Treffen werden hinter verschlossenen Türen stattfinden,
wenngleich das Europäische Parlament Beobachter vor Ort haben
wird. Der Konvent arbeitete öffentlich, wobei es viel Gelegenheit
für öffentliche Beteiligung gegeben hat. Dies wurde von
Organisationen wie QCEA wohl genutzt, um wichtige Themen zu repräsentieren
und Eingaben zu machen. In diesem Stadium des Prozesses jedoch wird
der Einfluß der Öffentlichkeit und von Nicht-Regierungsorganisationen
aber wahrscheinich geringer sein und weniger effektiv. Der einzige
Weg, um Einfluß auf das Geschehen auszuüben, besteht
darin, Teilnehmer der Konferenz direkt und auf nationaler Ebene
anzusprechen. Dies setzt Beiträge sowohl von einzelnen Bürgern
von Mitglieds- und Beitrittsstaaten als auch von Nicht-Regierungsorgansationen
voraus.
Obgleich
dies nicht das einzige wichtige Thema der Regierungskonferenz ist,
konzentriert QCEA seine Arbeit mit der Regierungskonferenz auf die
Militarisierung der EU. Wir werden dies fortsetzen und weitere Eingaben
zu diesem Thema an die EU Botschafter, Außenminister und Europaminister
der Mitgliedsstaaten und Kandidatenstaaten machen.
Das
Verbindungsbüro für europäische Friedensarbeit (European
Peace Building Liaison Office - EPLO), ein Netzwerk von Nicht-Regierungsorganisationen,
in dem QCEA Mitglied ist, wird das Gleiche tun. EPLO hat eine Eingabe
an die Regierungskonferenz verabschiedet. QCEA hat an ihrer Herstellung
aktiv mitgearbeitet, und wir werden daher dieselbe Eingabe für
unsere weitere Arbeit verwenden.
QCEA
verfügt über eine Reihe von Handzetteln über die
Militarisierung der EU, die über unsere Internetseite zugänglich
sind (www.quaker.org/qcea/foemiliteu.htm). Eine Ausgabe befaßt
sich speziell mit der Lobby-Arbeit auf der Regierungskonferenz.
Wir möchten Euch dazu ermutigen, diese Handzettel zu nutzen
und an Eure eigenen Regierungen über dieses Thema heranzutreten.
Es kann nützlich sein, an Abgeordnete von nationalen Parlamenten
heranzutreten, um ihre Unterstützung für wichtige Anfragen
an das eigene Parlament über die Regierungskonferenz im Allgemeinen
und das Thema der Militarisierung im Besonderen zu erhalten.
Wenn
Ihr an weiterführenden Informationen Interesse habt, die Ihr
in den Handzetteln auf unseren Internetseiten nicht finden könnt,
oder wenn Ihr uns über Eingaben an Entscheidungsträger
für diese Themen und Reaktionen darauf informieren möchtet,
so kontaktiert uns bitte unter mweitsch@qcea.org.
Haltet
Ausschau nach weiteren Artikeln über verwandte Themen: Referenden
über den Entwurf des Verfassungsvertrages und die Wahlen zum
Eueopäischen Parlament.
Martina
Weitsch
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