Nach
den Demonstrationen - auf dem Weg zu nachhaltigen Friedensaktivitäten
Vas
und Lisa Shend'ge nahmen an der Studienreise zum QCEA im Frühling
2003 teil. Sie entwickelten dabei die folgenden Gedanken über
Wege zu nachhaltigen Friedensaktivitäten.
Die
Menschen wollen Frieden. Millionenfach demonstrierten sie auf friedliche
Weise überall in der Welt gegen die Bombardierung des Irak
und für ihren Wunsch nach Frieden. Es ist an der Zeit, daß
auch die Regierungen dieser globalen Sehnsucht durch die Schaffung
einer Kultur des Friedens in den Machtzentren der Welt entsprechen.
Diese
Gedanken kamen uns, als wir auf der diesjährigen Tour des QCEA
in den Institutionen in Brüssel und Straßburg waren,
während der Irak bombardiert wurde. Wir wollten wissen, für
was das Wort "Frieden" in der Arbeit dieser Institutionen
stand. Keiner der zahlreichen Befragten konnte uns eine befriedigende
Antwort geben. So begann unser Interesse in dieser Hauptrichtung
im April 2003.
Eine
Kultur des Friedens ist aus unserer Sicht eine Situation, in der
garantiert ist, daß Meinungsunterschiede und Konflikte zwischen
einzelnen, Gruppen, Gemeinschaften
und
ebenso Religionen und Nationen gerecht und fair und ohne Einschüchterung
und Gewalt gelöst werden. Zu guten Fortschritten auf diesem
Wege könnte man durch die folgenden Maßnahmen kommen:
- Regierungen,
z.B.Großbritanniens, anderer europäischer Länder,
des Commonwealth und darüber hinaus auf der ganzen Welt,
sollten ein Ministerium oder wenigstens eine Abteilung für
Friedensangelegenheiten einrichten und einen Minister oder Staatssekretär
dafür ernennen.
-
Die Europäische Union sollte einen Kommissar für Friedensangelegenheiten
ernennen.
- Der
Europarat und der Rat des Commonwealth ernennen ein Friedenskommitee
und verfassen Vereinbarungen zur friedlichen Koexistenz von Staaten
(ähnlich wie z.B. die Europäische Konvention für
Menschenrechte), welche von den Mitgliedsländern unterschrieben
werden können.
- Größere
Länder entsenden Friedensbotschafter in ihre diplomatischen
Vertretungen (analog Kultur- oder anderen Botschaftern).
Wenn
einigen diese Ideen unrealistisch erscheinen sollten, dann möchten
wir daran erinnern, daß die Einführung der Menschenrechte
in die nationalen Gesetzgebungen anfänglich auch als unrealistisch
angesehen wurde.Heute sind die Menschenrechte in den meisten europäischen
Verfassungen verankert.
Wir
hoffen sehr, daß nationale und internationale Angelegenheiten
zunehmend im Rahmen einer solchen Friedenskultur behandelt werden
und daß eine solche Kultur tatsächlich in der Welt immer
mehr als ein wichtiger Wesenszug der menschlichen Existenz und Aktivität
angesehen wird.
Entsprechend
dem Spruch "Vereinbarungen bedürfen nicht nur der Ausübung,
sondern auch der Kontrolle ihrer Ausübung" müßte
es für alle nachvollziehbar werden, ob eine Kultur des Friedens
in der Regierungsstruktur verankert und bei der konkreten Arbeit
auch berücksichtigt wird. Erreichen kann man das nur, wenn
der Angelegenheit des Friedens die gleiche nationale Bedeutung (auch
in den Medien) in nationalen Angelegenheiten eingeräumt wird
wie z.B. der Verteidigung oder dem Handel. Manche nennen diesen
Prozess "Mainstreaming Peace".
Wir
haben diese Ideen als ein Ergebnis unseres Quäker-Seins entwickelt.
Wir möchten die Aufmerksamkeit der Bürger und der politischen
Führer auf die nötige Veränderung des Schwerpunkts
ihrer Arbeit in Richtung auf "Mainstreaming Peace " lenken.
Wir würden ähnliche Anstrengungen auch bei kleinen Gruppen
und Organisationen begrüßen.
Das
ist unser Bekenntnis zu unserem Qüäker-Friedenszeugnis.
Eure Meinungen würden uns sehr interessieren. Schickt sie doch
bitte an Vas und Lisa Shend'ge direkt zum QCEA.
Vas
und Lisa Shend'ge
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Das
Forum für Gemeinschaftliche Soziale Verantwortung wird fortgesetzt
Das
europäische Forum für gemeinschaftliche soziale Verantwortung
("corporate social responsibility"), dem QCEA angehört,
wird fortgesetzt. Die
ersten Zusammenkünfte der Rundtischgespräche zu 4 Themen
haben stattgefunden, aber die bedeutendere Plenarsitzung zur Überprüfung
der gemachten Fortschritte mußte infolge eines Streiks bei
der Europäischen Kommission verschoben werden. Das bedeutete,
daß der Rückblick zu den ersten Sitzungen erst nach dem
Stattfinden der Folgesitzungen der zweiten Themenrunde stattfinden
konnte.
Als
einen Teilschritt der Überprüfung schrieben Mitglieder
von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) des Forums einen Brief
*), in dem sie ihre Unzufriedenheit mit dem Prozeß und ihre
Zweifel darüber zum Ausdruck brachten, ob das Forum seine Ziele
erreichen kann. Speziell drückten die NGOs ihre Unzufriedenheit
über den Mangel an Führung durch die Europäische
Kommission in ihrer besonderen Rolle bei den Themenrunden aus. Deshalb
war es schwer herauszufinden, wie die Diskussionen zwischen den
Mitgliedern der Gesprächsrunden (Arbeitgeberorganisationen,
Gewerkschaften und NGOs) zusammengeführt und wie klare und
spezielle Vorschläge zum Handeln in Beziehung zu ihren Zielen
gemacht werden können.
Erst
kurz bevor die verzögerte Plenarsitzung abgehalten wurde, bekamen
die NGOs eine Antwort auf ihren Brief *). Die dort angesprochenen
Probleme und Unzufriedenheiten wurden im Plenum wiederholt. Es bleibt
nur übrig festzustellen, daß man wohl schon bei dem Mandat
für das Forum beginnen muß, wenn man das Problem der
sozialen Verantwortung wirklich angemessen behandeln will. (Der
Bericht wird im Juli 2004 zu erwarten sein.)
Owen
Espley
*Der
Brief der NGOs und die Antwort der Kommission sind aus der Internetseite
von QCEA zu entnehmen: www.quaker.org/qcea/csr/emsf.htm
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Die
Kanadische Anti-Terrorgesetzgebung
Die
folgende Botschaft haben wir von der Kanadischen Jahresversammlung
erhalten und wir möchten sie auch den Lesern von Around Europe
übermitteln.Sie will uns gerade jetzt daran erinnern, daß
wir hinsichtlich der Gesetze, die unsere Regierungen zur Zeit im Namen
unserer Sicherheit erlassen, wachsam sein müssen.
Es
folgt die Stellungnahme zur Kanadischen Anti-Terrorgesetzgebung,
gebilligt von der Kanadischen Jahresversammlung der Religiösen
Gesellschaft der Freunde (Quäker ) während ihrer diesjährigen
Jahresversammlung vom 2.-9.8.2003 in Montebello, QC.
Wir
haben mehr als nur einen Grund, uns jetzt mit der Antiterrorgesetzgebung
in ihrem Prozess zu befassen. Es gibt eine historische und dauerhafte
Verbindung zwischen unserem Glauben an das von Gott in jedem Menschen
und unserer Arbeit für die Gleichbehandlung aller Menschen.
Zweitens haben die Freunde selbst bei ihrem Einsatz für die
Wahrheit Erfahrungen mit willkürlicher Gefangennahme und Haft
ohne einen rechtmäßigen Prozeß machen müssen.
Drittens ist die staatliche Gesetzgebung von ihrem Geist her etwas,
das die Freunde bewegt, weil sie mit unseren Beziehungen zueinander
und deren sozialem Rahmen zu tun hat.
Wir
glauben, daß die neuen kanadischen Anti-Terrorgesetze viel
mehr im Sinne der Ängste der gegenwärtigen US-Administration
als aufgrund einer Notwendigkeit Kanadas erlassen wurden, und daß
das bis dahin existierende kanadische und internationale Recht schon
mehr als ausreichend war.
Die
neue Gesetzgebung könnte sogar sowohl auf Grund ihrer Zielstellung
als auch ihres Wortlauts negative Auswirkungen haben. Sie könnte
auch dazu benutzt werden, Bürgerrechtler zu kriminalisieren.
Sie gefährdet diese sowieso schon als Angehörige von nationalen
Minderheiten wie Migranten, gerade Eingebürgerte, Flüchtlinge,
Muslime und eingeborene Völker unverhältnismäßig.
Sie kann die humanitäre Arbeit und das soziale Zeugnis der
Quäker und anderer Menschen, die sich dazu aufgefordert fühlen,
durch Bedrohung, geheime Überwachung, Verunglimpfung, falsche
Bezichtigung, Verweigerung von Hilfe oder Beschlagnahme von Vermögen
behindern und entmutigen. Besonders schlimm ist das Fehlen eines
fairen Prozesses für Angeklagte und die fehlende Verantwortlichkeit
dafür in der Gesetzgebung.
Wir
fragen: "Wann hören Menschen auf, sich dem Mißbrauch
von Autorität von Seiten ihrer Regierungen entgegenzustellen,
weil sie die Kraft dazu nicht mehr haben?" Auf Grund unserer
Erfahrungen aus der Geschichte müssen wir trotz unserer Angst
Mut fassen und unsere Regierung zur Verantwortung rufen, solange
es noch Zeit ist.
Wir
stimmen deshalb zu, daß die Kanadische Jahresversammlung (CYM)
folgende Aktionen durchführt:
1.
Der Schreiber von CYM schickt ein Schreiben über unsere Betroffenheit
an die kanadische Regierung und er wendet sich auch an die Monatlichen
Meetings, um die Freunde zu bitten, sich damit individuell und gemeinsam
auseinanderzusetzen.
2.
CYM wird die Kanadische Quäkerhilfe (CFSC) bitten, auch Arbeit
dabei mit zu übernehmen.
Wir
legen unsere Sorge auch im Hinblick auf den damit vielleicht verbundenen
besonderen Einfluß auf unsere Nachbarn in den USA dar, die
Widerstand leisten müssen sowohl gegen die Beschneidung ihrer
bürgerlichen Rechte als auch gegen das zunehmende Bild ihres
Landes als einer allmächtigen imperialen Macht. Wir halten
sie im Licht.
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QCEA
ist Gastgeber bei Gesprächen zur Nicht-Weiterverbreitung von
Nuklearwaffen
Das
Abkommen zur Nicht-Weiterverbreitung von Atomwaffen (NPT) ist ein
weitreichender internationaler Vertrag mit dem Ziel, die Verbreitung
von Atomwaffen und Waffentechnologie zu verhindern, die Zusammenarbeit
bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie zu fördern und die
nukleare Abrüstung und eine generelle und komplette Abrüstung
zu unterstützen. Dieser
Vertrag repräsentiert die einzige bindende Verpflichtung in
einem multilateralen Vertragswerk für nukleare Abrüstung.
Der Vertrag, der 1968 für die Unterzeichnung seitens der einzelnen
Staaten geöffnet wurde, trat 1970 in Kraft. Am 11. Mai 1995
wurde der Vertrag für die Unterzeichnung durch alle Staaten,
die es wollen, erweitert. 188 haben unterschrieben einschließlich
der 5, die über atomare Waffen verfügen. Der Atomwaffensperrvertrag
wurde in viel stärkerem Maße als andere Rüstungsbegrenzungsmaßnahmen
ratifiziert, was seine Bedeutung unterstreicht.
Am
24 Juni 2003 traf sich eine Gruppe von europäischen NGOs aus
Belgien,Frankreich, Schweden und Großbritannien im Quäkerhaus
in Brüssel, um über die Ergebnisse eines Vorbereitungskommitees
zu sprechen, das sich Anfang des Jahres in Genf getroffen hatte
(Dieses Kommitee trifft sich jährlich in dem Zeitraum von 4
Jahren zwischen den Kontroll- und Rückblickskonferenzen zum
Vertrag.). Ziel des Treffens war es, zu überdenken, was auf
europäischer Ebene für die volle Umsetzung getan werden
könnte.Das erscheint auch wichtig im Hinblick auf die nächste
Konferenz 2005 in New York
Ein
Teil der Arbeit wird sein, die Parlamentsabgeordneten und andere
europäische Entscheidungsträger in ihrer Einflußnahme
auf die Position der EU bei dieser Konferenz zu unterstützen.
Die Parlamentsabgeordneten waren an einem Runden Tisch am Nachmittag
des 24.6.03 versammelt, um diese Aufgabe zu diskutieren, und sie
stimmten über einzelne Aktionspunkte von Seiten der NGOs ab.
Im
europäischen Verständnis folgendes dazu:
Zwei
Mitglieder der EU, Frankreich und Großbritannien, besitzen
Nuklearwaffen. Beide sind dem Vertrag beigetreten.
Es
gibt aber auch Nuklearwaffen der Vereinigten Staaten, die auf NATO-Basen
in NATO-Mitgliedsstaaten der EU stationiert sind, und nationalen
Streitkräfte dieser Länder werden ausgebildet, um diese
US-Kernwaffen zu bedienen.
Die
neue Agenda-Koalition, ein Bündnis von Ländern, die aktiv
in der Abrüstung einschließlich der atomaren Abrüstung
fortfahren, schließt auch zwei Mitgliedstaaten der Europäischen
Union ein, Irland und Schweden.
Der
Runde Tisch stellt einen Beginn der Unterstützungsarbeit der
EU in dieser Frage der nuklearen Abrüstung dar und QCEA wird
in diese Bemühung einbezogen bleiben, um der Nicht-Regierungskoalition
Hilfe und Unterstützung zu geben. Eine seiner Prioritäten
ist es, die Parlamentarier herauszufinden, die offen für diese
Abrüstungsarbeit sind und auch EU-Bürger zu unterstützen
und zu schulen, die in Kontakt zu diesen stehen.
Wenn
Sie dabei auch Unterstützung geben möchten, kontaktieren
Sie bitte George Farebrother über geowcpuk@gn.apc.org.
Martina
Weitsch
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Unser
neuer Administrator stellt sich vor
Mein Name
ist Xavier Verhaeghe. Ich habe die Ehre, Cibele Ricci im Team des
QCEA in Brüssel abzulösen. Das ist eine gute Gelegenheit,
ihr für ihre ausgezeichnete Arbeit zu danken, die sie im Quäkerhaus
jahrelang geleistet hat, und für die Anleitung, die sie mir gegeben
hat, so daß ich jetzt ihre Aufgabe übernehmen kann.
Mein
erster Eindruck von dem Qüäkerteam hier war sehr gut.
Die Atmosphäre ist ernsthaft und auch freundlich. Jeder nahm
sich Zeit für mich und gab mir die Informationen, die ich brauchte.
Natürlich ist das aus der Sicht am Anfang. Es gab noch keine
Krisensituation.
Ich
war vorher 15 Jahre lang für die belgische Nicht-Regierungsorganisation
ASMAE tätig, die dafür gearbeitet hat, junge Leute offener
für die Zustände in den Ländern des Südens zu
machen und Gesichtspunkte für deren Beobachtung zu entwickeln.
Ich war verantwortlich für die dann folgenden Entwicklungsprojekte
in Ruanda und Rumänien. Über 20 mal war ich in diesen
beiden Ländern und ebenso in Ägypten, wo ASMAE auch Projekte
hatte.
Ich
war auch verantwortlich für die administrative Arbeit von ASMAE
(Buchhaltung, Datenbank u.a. und nicht zuletzt die Beschaffung von
Geldern.
Ich
arbeite auch in Teilzeit für ein Unternehmen namens „Passage
du Nord". Meine Arbeit bei diesem Familienunternehmen ist das
Management von Geschäften, Büros und Apartments auf 6000
Quadratmetern Fläche der Galerie „Passage du Nord".
Ich
bin verheiratet und habe 3 Töchter. Sehr froh bin ich, jetzt
für QCEA zu arbeiten und ich hoffe, daß ich meine Dynamik
gut in das Quäkerhaus einbringen kann.
Xavier
Verhaeghe
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